Von:
Jochen Bohl

e-buessen.de

„Das sollst du mir büßen.“ „Im Büßerhemd in Sack und Asche rumlaufen.“ Buße, ein ziemlich altes Wort, hört sich nicht sehr verlockend an. Aber was ist das, die Buße? Buße, das heißt nichts anderes als sich selbst mal mit anderen Augen zu sehen.

Nicht immer in die gleiche Richtung laufen, sondern gelegentlich anhalten, zur Seite treten und sich selbst mit einem kritischen Blick ansehen. So kann es möglich werden, sich unbequeme Wahrheiten einzugestehen – wenn wir zum Beispiel den besten Freund verraten oder jemanden beleidigt oder Vertrauen beschädigt haben. Christen versuchen, das wieder gutzumachen. Sich selbst mit einem kritischen Blick sehen und vor Gott und den Menschen geradebiegen, was schief gelaufen ist, das ist Buße.

Das erste, was Jesus von Nazareth gesagt hat, als er damals anfing, den Menschen etwas über die Wahrheit im Leben und über Gott zu sagen, war ein Ruf zur Umkehr - tut Buße. Das war ihm also sehr wichtig, und darum ist das für uns etwas Zentrales, ein Kennzeichen des Glaubens.

Evangelische Christen haben fürs Büßen sogar einen eigenen Feiertag, den Buß- und Bettag. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie an dem Tag mit einer Leidensmiene herum laufen sollen. Denn büßen – richtig verstanden – soll richtig befreiend wirken. Ein Christ ist jemand, der sich der Wahrheit stellt. Das ist meiner Meinung nach auch eine Voraussetzung für innere Freiheit und ein befreites Leben. Mit der Lüge kann man es auf die Dauer nicht gut aushalten – aber es ist wunderbar, wahrhaftig zu sein. Das macht fröhlich, und das merkt man auch im Laufe seines Lebens.